#rom2017

 

 

Blick über die "Ewige Stadt"

Vom 31.08.2016 bis 05.09.2016 haben 16 unternehmungslustige Studierende unserer Landeskirche eine wunderschöne, eindrucksreiche Fahrt in die Hauptstadt unserer Schwester und Brüder im Glauben in Begleitung von Herr Dr. Neumann und Herr Meier unternommen.

Los ging’s am Mittwoch von Frankfurt am Main in Richtung Rom. Dort angekommen wurden wir von leichtem Nieselregen empfangen. Vom Flughafen sind wir dann mit dem Shuttlebus zu unserer Unterkunft, der Casa Valdese, gefahren, in der wir nun die nächsten Tage unterkamen. Im Laufe der Tage sollte sie sich mit ihren Doppelzimmern, Klimaanlagen, ausreichendem Frühstücksbuffet und sehr freundlichem Personal als richtiger Glücksgriff erweisen. Auch das Wetter hatte sich mittlerweile für strahlend blauen Himmel und Sonne satt entschieden. Vor allem durch die sehr zentrale Lage kam uns die Casa Valdese bereits am Nachmittag zu Gute. Nach einer kurzen Stärkung ging es zu Fuß über den Piazza del Popolo durch das nördliche Centro Storicio in Richtung Engelsbrücke. Schnell haben wir gemerkt, dass die nächsten Tage lauftechnisch kein Zuckerschlecken werden, sodass wir vorsorglich direkt das erste italienische Eis probiert haben – prompt waren wir verliebt. Schnell wurden Elisabeth und André, die ein Jahr am Centrum Melantone in Rom studiert haben, unsere persönlichen Reiseführer. Durch sie konnte der Rest der Gruppe eine unglaublich entspannte und eindrucksreiche Zeit in einer der imposantesten Städte Europas erleben.

Am nächsten Morgen sind wir mit einer gemeinsamen Andacht in den ersten ganzen Tag in Rom gestartet. Als kleines I-Tüpfelchen haben wir die allerdings nicht wie gewöhnlich in Andachts- oder Gottesdiensträumen gestaltet, sondern unter freiem Himmel auf der Dachterrasse der Casa Valdese. Allein dafür hatte sich das Aufstehen schon mehr als gelohnt.

Als erster Termin auf unserem Tagesprogramm stand das Treffen mit Signora Brizi. Uns wurde das Flüchtlingsprogramm „Mediterranean Hope“ vorgestellt. Die überwiegend selbstorganisierte Hilfe, die den Menschen nicht nur in Italien, sondern in den Krisengebieten direkt vor Ort zu Gute kommt, hat uns schwer beeindruckt. Nachmittags haben wir unter dem Motto „das antiklerikale Rom“ eine Stadtführung mit Herrn Garrone unternommen. Die heilige Treppe und der Lateran, sowie die süße kleine Kirche neben dem Forum (St. Cosma e Damiano), der Lutherplatz und St. Maria Maggiore haben wir uns angesehen. Danach ging es mit Besichtigungen im Lutherpark weiter. Dort konnten wir einen ersten Blick aufs Kolosseum erhaschen, sind aber weiter, am Forum vorbei, zur kleinen Basilika und dann in die Kirche mit dem gehörnten Moses, weiter zur heiligen Treppe und dann 15 min in den Lateran! Man merkt, das Leben als Theologiestudierender in der EKKW ist wirklich kein Zuckerschlecken. ;)

Nach einem Gespräch mit dem Leiter des Centro Melantone Pfarrer Tobias Küenzlen, der uns Auskunft über Struktur und Aufbau des Studienjahrs in Rom gab, haben wir am „offenen Pfarrhaus“ in der deutschen ev.-luth. Gemeinde teilgenommen. Bei leckerem Essen und einem Glas Wein haben wir uns mit deutschen Auswanderern über ihr Leben und „Evangelisch-Sein“ in Rom unterhalten. Wir sind dann nicht allzu spät aufgebrochen, weil es bereits am nächsten Morgen noch vor dem Frühstück um 7:00 in den Petersdom ging. Neben dem Petersdom haben wir auch dessen Kuppel und sein beeindruckendes Kuppelmosaik besichtigt. Danach waren wir noch auf dem deutschen Friedhof im Vatikan, der überraschend kühl, grün und mit Kolibris besiedelt war.

 

Blick von der Kuppel des Petersdoms auf den Petersplatz

Nachmittags erkundeten wir das Pantheon, Maria sopre Minerva (die gotische Kirche, vor der der Elefanten-Obelisk stand, daneben die Läden mit den teuren Messgewändern), dann das Judenviertel und die Tiberinsel mit ihrem Schlangenmythos (Es ging um die Herkunft des Äskulapstabes, weil dort das erst medizinische Zentrum stand...).

Abends waren wir zu einem Gespräch mit anschließendem Abendessen bei der Comunitá Sant’Egidio in Trastevere verabredet. Wir haben die Einrichtung der Mensa für Obdachlose und Bedürftige kennengelernt und in einem anschließenden Gespräch durften wir noch mehr Einblicke in die Gemeinschaft, ihre Strukturen und ihr soziales Engagement erfahren. Nach dem Abendgebet in Santa Maria haben wir noch gemeinsam (in einem Restaurant der Comunitá di Sant ́Egidio) zu Abend gegessen. Die Besonderheit dabei war, dass die Bedienung aus geistig leicht Beeinträchtigten aber äußerst freundlichen und gutaufgelegten Angestellten bestand.

Nach der Morgenandacht am Samstag haben wir uns mit Frau Cafiero, einer gebürtigen Italienerin mit guten Deutschkenntnissen getroffen, die uns das unbekannte Rom zeigen sollte. Nach einem längeren Spaziergang haben wir nun auch die Busverhältnisse in Rom kennengelernt – eigentlich wollten wir noch die Katakomben besichtigen, nur dass gerade an diesem Tag von dieser Bushaltestelle längere Zeit kein Bus fahren sollte. Die Katakomben waren für diesen Tag also passé. Allerdings haben einige von uns am nächsten Tag, als Zeit zur freien Verfügung stand, den Besuch der Katakomben nachgeholt. Wir sind stattdessen auf einen der sieben Hügel oberhalb des Circus Maximus gestiegen und haben in St. Sabrina (mit der alten Eichentür) vorbeigeschaut, um danach durch das berühmteste Schlüsselloch der Welt auf den Petersdom zu schauen. Zuletzt waren wir dann noch an St. Pauli (oder auch Sankt Paul vor den Mauern – außerhalb der Kernstadt, das war die Kirche, in der von jedem Papst ein Portrait hing, und wo wir damals während Nellys Referat über die Katakomben vermuteten, dass der Papst gerade gekommen sei, weil der Fiat zwischen den anrollenden Limos so verdächtig aussah), danach ließen wir den Abend ausklingen.

 

Blick durch das Schlüsselloch auf die Kuppel des Petersdoms

Am nächsten Vormittag stand die Heiligsprechung Mutter Teresas auf dem Programm. Einige Mutige haben sich getraut, sich der prallen Sonne bei an die vierzig Grad mit vielen anderen Mutter-Teresa-Fans auszusetzen, um neben der Heiligsprechung auch einen Blick auf Papst Franziskus zu erhaschen. Am Ende der Zeremonie sollten sich die Mühen auszahlen und der Papst fuhr auf seinem Papamobil so dicht vorbei, dass sogar ein Selfie möglich wurde. Der restliche Tag wurde vielfältig und selbstorganisiert genutzt. Einige schauten sich die Katakomben an, andere das historische Rom mit Kolosseum und Forum Romanum, wieder andere machten einen entspannten Spaziergang und schauten, wohin es sie trieb. Abends haben wir uns dann alle gemeinsam zu unserem letzten gemeinsamen Abendessen in Rom getroffen, die letzten Tage Revue passieren lassen und schon die ein oder andere Wehmut in Hinblick auf die am nächsten Tag anstehende Heimreise verspürt. Doch bevor es am nächsten Morgen Richtung Flughafen ging, haben wir erst noch ein Gespräch mit Monsingore Dr. Gomez vom Einheitsrat des Vatikans geführt. Wir durften die uns gut bekannten Stichwörter Ökumene und Einheit der Christen nun einmal aus katholischer Sicht erleben. Anschließend mussten wir uns dann von dem eindrucksreichen, an manchen Stellen verwunschenen Rom mit seinem leckeren Essen und tollem Wetter verabschieden, denn um 15:35 ging unser Flug in Richtung Frankfurt.

Am Ende bleibt nur noch festzuhalten, dass es eine grandiose, tolle Zeit war, die wir so schnell nicht vergessen werden. Wir haben bei Weitem nicht alles gesehen – aber Rom ist eben auch nicht an einem Tag erbaut und so wird das Reiseziel in den nächsten Jahren für den ein oder anderen wahrscheinlich doch noch einmal die italienische Hauptstadt werden.

An dieser Stelle danken wir dem ganzen Vorbereitungsteam, der Leitung und Organisation von Herrn Neumann und ganz besonders nochmal Elisabeth und André für ihre tollen Stadtführungen und Insidertipps. Aber natürlich auch last but not least der Landeskirche von Kurhessen-Waldeck, die durch reichlich Unterstützung die Reise zu einem studierendenfreundlichen Selbstkostenpreis ermöglicht hat. 

 

Viele Grüße aus Rom!


von Jelena Sohn und Hannah Franke