Studierendentagungen

Zweimal im Jahr lädt das Ausbildunsreferat ein zur Studierendentagung. Die Themen werden von uns Studierenden gewählt und von einem studentischen Vorbereitungsteam in Zusammenarbeit mit Ausbildungsreferentin Frau Dr. Sommer vorbereitet. Die Themenfelder sind breit gestreut und die Tagungen bieten eine gute Chance, zukünftige Kolleginnen und Kollegen und verschiedene Personen aus der Kichenleitung kennenzulernen. 

Auch Studierende anderer Landeskirchen sind herzlich willkommen.

 


Frühjahrsvollversammlung und -tagung 2017

Überall dabei, wo man sie in Not braucht - die Sonderseelsorge

 

 

Auch in diesem Jahr versammelten sich vom 20.-22.3.2017 die Theologiestudierenden unserer Landeskirche im Studienseminar in Hofgeismar, um sich kennenzlernen, Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen und für sie als Studierende relevante Angelegenheiten zu diskutieren. Besonders froh waren wir dabei über den großen Zulauf von neu auf die Liste aufgenommenen Studierenden.

Neben einigen Berichten des Landeskonventsvorstands, dem SETh, der Begleitenden Kommission und dem Ausbildungsreferat war vor allem das Rederecht der EKKW-Studierenden bei der Synode ein wichtiges Thema der Vollversammlung. Im vergangenen Herbst wurde ein Antrag auf ein eingeschränktes Rederecht für studentische Anliegen von dem Vorstand der Synode abgelehnt. Bei der Diskussion um die Entscheidung der Synode entschieden sich die Studierenden der Vollversammlung dazu die studentischen Vertreter*innen der Synode zur Formulierung einer Stellungnahme zu beauftragen, welche gegenüber den Synodalen die Notwendigkeit eines eingeschränkten Rederechts anspricht. Angesichts der derzeit anstehenden Reformen und Umstrukturierungsmaßnahmen innerhalb der EKKW, liegt uns als Studierenden eine aktivere Beteiligung an diesen Prozessen sehr am Herzen, da wir als künftige Mitarbeiter*innen der EKKW unmittelbar von den Veränderungen innerhalb unserer Landeskirche betroffen sein werden.

 Für den traditionellen Input im Rahmen der Vollversammlung durften wir diesmal als Gäste Nina Wetekamp, Claudia Meyer und Werner Müller als Vertreter*innen des Landesküsterbeirats der EKKW begrüßen. Dabei wurden wir ausführlich über die verschiedenen Tätigkeiten und die derzeitige Situation der Beteiligten im Küsterdienst informiert. Besonders wichtig war es den Referent*innen uns als künftige Pfarrer*innen auf die Tätigkeit der Küster*innen aufmerksam zu machen. In der Regel vollführen die Küster*innen ihr Amt ehrenamtlich und werden oft unzureichend für ihre verschiedenen Arbeiten vergütet und ihre Bedeutung nur unzureichend anerkannt. In ihrem abschließenden Plädoyer riefen sie die Studierenden der Vollversammlung dazu auf, ein gutes Arbeitsverhältnis zu den Küster*innen aufzubauen, da ohne sie die Organisation einer Kirchengemeinde wesentlich schwieriger für die Pfarrer*innen zu bewerkstelligen wäre.

 Nach den anschließenden Wahlen der Ämter, haben wir in einer letzten Abstimmung als mögliches Reiseziel für eine neue Studienreise Irland festgelegt, welche hoffentlich innerhalb des nächsten Jahrs stattfinden wird. In einer Andacht (mit Gedanken aus Taizé) schlossen wir anschließend mit einem geistlichen Impuls die Vollversammlung ab und begaben uns anschließend auf ein gemütliches Beisammensein im Speisesaal des Studienseminars. Weitere Informationen zu den einzelnen Details sind wie immer im Protokoll zu Vollversammlung auf der Homepage des Landeskonvents zu finden.

 Die nächsten zwei Tage unserer Tagung standen ganz unter dem Thema der „Sonderseelsorge“, bei dessen Vorbereitung die Studierenden Marie-Christin Weidemeyer, Konrad Draude und Philipp Huber mit der Unterstützung von Frau Sommer als Ausbildungsreferentin und Frau Westhelle als Leiterin des Studienhauses in Marburg mitgewirkt haben. Gleich am Morgen stimmten wir uns schon in der Morgenandacht anhand einer Geschichte des Propheten Elia biblisch auf das Thema der Seelsorge ein. Nach der Eröffnung der Tagung von Frau Westhelle gab Ulrike Wagner-Rau, Professorin für praktische Theologie mit ihrem Vortrag „Spielarten der Seelsorge – Einblicke in ein ausdifferenziertes Handlungsfeld“ eine akademische Einführung an das Thema der Sonderseelsorge. In einer daran anschließenden Podiumsdiskussion beschäftigten sich neben Frau Wagner-Rau Wofgang Heinecke, Dekan des Kirchenkreises Hofgeismar, Katrin Wienold-Hocke, Pröpstin des Sprengels Kassel und Matthias Steinleitner, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Pastoralpsychologie mit der Frage „Wozu braucht man Sonderseelsorge.“ Wichtig war für die an der Diskussion Teilnehmenden die Betonung, dass in einer sich immer weiter ausdifferenzierenden Gesellschaft die Frage nach einer kontextuell betriebenen Seelsorge weiterhin relevant bleibt und sich daher die Kirche nicht auf die Seelsorge in der Parochie allein verlassen kann. Als weitere Vertiefung und als ersten Überblick auf die verschiedenen Felder der Sonderseelsorge konnten die Tagungsteilnehmenden an zwei von vier thematisch verschiedenen Gesprächsrunden zu Gefängnisseelsorge (Peter Kittel), Krankenhausseelsorge (Kathrin Jahns), Urlauberseelsorge (Peter Dietrich) und Besuchsdienst (Doris Noack) teilnehmen. In den Gesprächen gaben die Referent*innen über ihren Werdegang, den Ablauf und ihre gesammelten Erfahrungen ihrer Tätigkeiten einen umfassenden und teils auch bewegenden Einblick. In einem anschließenden Plenum konnten weitere Fragen und Themen zu den Gesprächsrunden ausgetauscht werden. Als letzter Beitrag des ersten Tages der Frühjahrstagung ging Herr Steinleitner der Frage nach „Wie wird man Sonderseelsorger/in?“ und stellte dabei Voraussetzungen und Qualifikationen vor, die man für den Einstieg in die Tätigkeit des Sonderseelsorgers braucht. Pfarrer*innen, die selbst Sonderseelsorger*in werden wollen, sollten nach Herr Steinleitner ein gutes Maß an Selbsterfahrung und –reflexion und eine gewisse Rollensicherheit mitgebracht werden. Es ist auch nützlich bereits im Theologie-Studium eine Klinische Seelsorge-Ausbildung zu machen. Ebenso bietet die Deutsche Gesellschaft für Pastoralpsychologie mehrere Fortbildungen und Kurse für den Erwerb von Qualifikationen an, die für die Bewerbung auf Sonderseelsorgestellen relevant sein könnten. Mit einem Abendessen und einer weiteren Abendandacht, die sich thematisch mit der Fastenzeit beschäftigte, ließen die Studierenden bei einem Getränk den Abend ausklingen.

 An dem letzten Tag unserer Tagung ging es nach dem Frühstück und einem von Frau Westhelle unter Mitwirkung des studentischen Vorbereitungsteams gestalteten Abendmahlsgottesdienst weiter unter dem Gesichtspunkt der Notfallseelsorge. Dazu gab Dr. Thomas Zippert, Leiter der Fachhochschule der Diakonie in Bethel, mit dem Thema „Genese, Ziele und Kompetenzen der Notfallseelsorge“ eine gute Einführung über die Entstehung und die Tätigkeitsfelder Notfallseelsorge. Im Gespräch mit Pfarrerin Kerstin Grenzebach, Notfallseelsorgerin im Raum Kassel und Markus Schmidt als Mitglied des Kriseninterventionsteams des Deutschen Roten Kreuzes gingen die Teilnehmenden weiter auf den Grund wie christliche und säkulare Notfallseelsorge zusammen in schwierigen Notsituationen und Schicksalsschlägen unmittelbar Betroffene und Einsatzkräfte unterstützen kann. Zum Abschluss der Sonderseelsorge wurde in der Feedbackrunde einhellig festgestellt, dass die teilnehmenden Studierenden sehr viele bereichernde Eindrücke und Informationen zum Thema der Sonderseelsorge mitnehmen konnten und mit der Auswahl der Referent*innen und Redebeiträgen sehr zufrieden waren. Nach einem Reisesegen und einem Mittagessen verabschiedeten sich die Tagungsteilnehmenden mit positiven Eindrücken und Erlebnissen von der Vollversammlung und Frühjahrstagung 2017.

von Philipp Huber

 


  

Herbstvollversammlung und -tagung 2015

Spielräume der Freiheit? 

 

Nach einer intensiven Vollversammlung am 07.09. beschäftigte sich der Landeskonvent der Theologiestudierenden der EKKW in den folgenden zwei Tagen mit dem Konzept der „regionalen Kooperationsräume“. Die Landeskirche befindet sich derzeit in einem größeren Prozess der Umstrukturierung und Neufindung. Bei weniger Pfarrerinnen und Pfarrern, aber auch aufgrund sinkender Finanzen, will Kurhessen-Waldeck unbedingt Volkskirche bleiben, d.h. wenn möglich flächendeckend präsent sein. Um das gewährleisten zu können, sollen Pfarrerinnen und Pfarrer in Zukunft den Blick über ihre eigene Gemeinde hinaus wagen und mit den Nachbarinnen und Nachbarn enger zusammen arbeiten. So kann es zu Gottesdienstkooperationen, gemeinsamen Verwaltungsstrukturen oder auch einfach nur zu einem produktiven Austausch kommen. Bei der kommenden Herbstsynode sollen weitreichende Beschlüsse in diese Richtung gefasst werden.
Der Landeskonvent wurde auf seiner Tagung aus verschiedenen Perspektiven über diese Neuerung unterrichtet: Prof. Dr. Jan Hermelink (Göttingen) eröffnete mit kirchentheoretischen Überlegungen, die einmünden in das Bild der PfarrerIn als „Vielfaltsmanager“. Ihm ging es wesentlich darum zu zeigen, dass die Kirche stets in sich plural gefasst war und diese Pluralität auch weiterhin in sich abbilden sollte. Die Kirche müsse sich auch öffnen für die, die keine allsonntäglichen KirchgängerInnen seien. Von diesen breit gefächerten theoretischen Überlegungen wurde nun die Situation von Kurhessen-Waldeck in den Blick genommen. Regina Sommer umriss den derzeitigen Stand des Reformprozesses in der EKKW, ehe Dr. Gernot Gerlach darlegte, wie regionale Kooperationsräume aussehen könnten. Allerdings sei der Begriff der „Nachbarschaften“ vielleicht einladender, oder auch „Spielräume der Freiheit“.
Neben der Theorie wurde auch die praktische Umsetzung in den Blick genommen, dabei wurde auch auf die Situation in den östlichen Gebieten der EKD und in das Bistum Fulda eingegangen.
Dieser dichte und spannende Tag wurde bei Raclette, dem ein oder anderen Getränk und guten Gesprächen gebührend verabschiedet.
Am Folgetag sollten die Teilnehmenden der Tagung nun selbst kooperieren. Als KV-MitgliederInnen und PfarrerInnen verschiedener Gemeinden sollten die Teilnehmenden über eine mögliche Kooperation „ihrer“ Gemeinden sprechen und diskutieren. Unter Anleitung von Dietrich-Hannes Eibach traten in dem Planspiel die Chancen, aber auch die Probleme regionaler Kooperationen zutage: Offenheit, Entlastung und neue Möglichkeiten auf der einen Seite, der Konflikt von Tradition und Neuem, eine vielleicht neue Ebene der Verwaltung und ein immenser Aufwand auf der anderen Seite.

Was bleibt nun festzuhalten? Die Umstrukturierung der Kirche wird eine Menge Zeit und Kraft kosten. Ob alles so funktioniert wie geplant, ist nicht abzusehen; auch nicht, ob die regionalen Kooperationsräume die Lösung darstellen. Schwierig dürfte es werden, wenn das Müssen das Wollen überwiegt. Zusammenarbeit funktioniert erst dann, wenn alle daran Beteiligten die Anstrengungen mit Freude aufnehmen.

von André Flimm

 


 

Frühjahrs-Vollversammlung und -tagung 2015

Bei Kaffee und Tee gab es ein großes Hallo als die Theologiestudierenden der EKKW diesmal im Predigerseminar in Hofgeismar nach und nach eintrudelten. Es ist immer wieder schön alte Bekannte und neue Gesichter auf der zweimal jährlich stattfindenden Vollversammlung zu treffen. Der Stehkaffe zu Beginn gab wie immer die Möglichkeit sich mal wieder gegenseitig auf den neusten Stand zu bringen und die neuen Gesichter kennenzulernen und in die Runde einzuführen. Nach Kaffee und Tee musste natürlich auch gearbeitet werden. Neben den einzelnen Berichten aus den unterschiedlichen Ämtern, die Studierende in unserer Landeskirche begleiten, stand in diesem Semester eine Satzungsänderung auf dem Programm, die unter anderem dem Rückgang der Studierendenzahlen, der sich leider auch in unserer Landeskirche bemerkbar macht, geschuldet war.
Neben den formalen Programmpunkten, konnten wir auch in diesem Semester einen Gast auf der VV begrüßen. Thorsten-Marco Kirschner ist ordinierter Pfarrer unserer Landeskirche. Er berichtete uns von seiner Arbeit als Theologischer Assistent beim Bevollmächtigten des Rates der EKD in Berlin. Hier ist er mittlerweile ehrenamtlich, neben seiner Promotion am Hans von Soden Institut für den Dialog mit den politischen Jugendverbänden zuständig. Durch diesen Besuch konnten wir Studierenden einen kurzen Einblick in das Arbeitsfeld eines Theologen auch außerhalb des Pfarramts bekommen. In den beiden folgenden Tagen fand die Tagung der Theologiestudierenden der EKKW statt, zu der wir erstmals auch Studierende anderer Landeskirchen begrüßen durften. Sie stand in diesem Semester unter der Überschrift

„Gerechter Friede“ – „Gerechter Krieg“
Perspektiven einer christlichen Friedensethik
.

Dieses Thema wurde aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Zunächst konnten wir Prof. Dr. Friedrich Lohmannn von der Universität der Bundeswehr in München begrüßen. Unter der Überschrift „Gerechter Friede und internationale Schutzverantwortung“ beleuchtete er die Frage nach dem Gerechten Frieden, der manchmal nur mit der Waffe sichergestellt werden könnte. Zudem erfuhren wir etwas über die Arbeit eines evangelischen Theologen als Dozent für Offiziere der Bundeswehr.
Frau Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf vom Zentrum für Ökumene in Frankfurt/Main sprach unter der Überschrift „Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten – Protestantische Friedensethik vor den Herausforderungen durch Terror und Gewalt“ von ihrer Arbeit. Nach einer spannenden Einführung aus ihrem eigenen Lebensumfeld hatte sie uns einiges an Anschauungsmaterial mitgebracht, dass wir selbständig erkunden konnten. Hierbei wurde deutlich, wie vielschichtig der „Friede vorbereitet werden kann“. Wir erfuhren etwas über ein Gartenprojekt im Irak, über die Aktion der Friedenskerze, die Arbeit zu Jahrestagen wie dem Kriegsende und vieles mehr.
Unter der Überschrift „Ukraine, Libyen, Syrien… - Ist die Welt aus den Fugen? Eine Einladung zum Perspektivwechsel“ hatten wir die Möglichkeit mit dem Privatdozenten Dr.
Johannes M. Becker ins Gespräch über dessen Arbeit am Marburger Zentrum für Konfliktforschung zu kommen. Hier wurde uns noch einmal eine ganz andere Perspektive des Friedens vermittelt, als sie durch Herrn Lohmann vertreten wurde.
Abschließend hatten wir noch die Gelegenheit mit einem ehemaligen Militärseelsorger unserer Landeskirche über dessen Betätigungsfeld zu diskutieren. Pfarrer Jochen Sennhenn war am Bundeswehrstandort in Fritzlar und in seiner Tätigkeit dort auch mehrfach als Militärseelsorger in Afghanistan
. Wie wichtig die Rolle eines Seelsorgers bei der Bundeswehr im In- und Ausland ist und dass es hierbei vordergründig nicht um Verkündigung des Evangeliums geht, wurde im Verlauf dieser Diskussion immer deutlicher.
Insgesamt war es wieder eine aufschlussreiche Tagung mit vielen Anregungen und Diskussionen, die sowohl für das Studium als auch für den eigenen Alltag sehr bereichernd waren. Die Studierenden, die die Tagung gemeinsam mit der Ausbildungsreferentin Dr. Regina Sommer vorbereitet haben, haben eine sehr gute Auswahl der Referent_innen getroffen und verschiedene Perspektiven der christlichen Friedensethik dargestellt.

von Anna Imhof

 


 

Herbsttagung 2014

 

Es war wieder soweit! Die Tagung der Theologiestudierenden fand diesmal vom 16.09. – 17.09.14 in der Jugendherberge Kassel statt, da an der evangelischen Akademie Hofgeismar Umbauarbeiten vorgenommen wurden. Das Motto der diesjährigen Herbsttagung hieß:
                                „Kirche: Leiten – Führen – Gestalten“.
Die Eröffnung der Tagung fand morgens durch eine Andacht in der nahegelegenen Kreuzkirche Kassel statt. Nach einem kurzen Rückweg zur Jugendherberge setzte auch schon ein interaktiver Einstieg ins Thema ein. Prof. Dr. Hermelink gestaltete dann den Einstiegvortrag unter dem Thema „Kirche leiten in Person – Perspektiven für den Pfarrberuf in Zeiten gesellschaftlicher und kirchlicher Umbrüche“, welcher auf große Resonanz und Diskussionsfreude seitens der Theologiestudierenden traf. Hierbei wurden zentrale Fragen bezüglich der Innen- und Außenwahrnehmung der Aufgaben im Pfarrberuf behandelt und empirische Daten zur Auswertung dieser Fragen zur Hilfe gezogen. Eine große Kontroverse ergab sich aus der Diskussion welche zentrale Aufgabe die Pfarrerin/der Pfarrer in der Gemeinde hat und welche sich daraus erst entwickeln.
Nach einem wohltuenden Mittagessen stand eine Exkursion nach Hofgeismar an. Das Unternehmen „Management Services Helwig Schmitt GmbH“ sollte den Theologiestudierenden einen Einblick in die Leitung eines wirtschaftlichen Unternehmens geben. Einer der Geschäftsführer zeigte daher der angereisten Truppe aus Kassel nicht nur
die vertriebenen Produkte und die Strukturen seines Unternehmens, sondern auch Methoden, um auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter individuell einzugehen. Hierbei zeigte sich, dass es innerhalb dieses Unternehmens möglich war sich in verschiedene Richtungen zu spezialisieren und dass Engagement von Seiten der Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter von dem Unternehmen durch ein gutes Arbeitsumfeld sowie auch eine ordentliche Ausbildung gefördert wurden. Hinsichtlich der Fragestellung, welche Verbindungen zum Pfarrberuf existieren, fiel allen Beteiligten auf, dass die Pfarrerin/der Pfarrer ebenso eine Leiterin/ein Leiter von Haupt-/Ehrenamtlichen und von religiösen bzw. kulturellen Angeboten ist. Der Gemeindeleitung obliegt es ebenso wie einem wirtschaftlichen Unternehmen, attraktive Angebote zu schaffen und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken. Etwas erschöpft und doch begeistert von der Exkursion und dem gemeinsamen Gespräch mit dem Geschäftsführer fanden sich alle Teilnehmenden der Tagung wieder in der Jugendherberge Kassel ein, wo gemeinsam zu Abend gegessen wurde und man den Abend gemütlich ausklingen lassen konnte.
Am Mittwoch den 17.9.14 fand die Tagung in der Kreuzkirche nach einer gemeinsamen Andacht und einer abschließenden Reflexion ihr Ende.
Mit vielen neuen und positiven Eindrücken begab sich jeder auf den Heimweg, jedoch freudig in Erwartung der nächsten Theologiestudierendentagung am 17./18. März 2015
.

von Dave Kulik

 


 

Frühjahrstagung 2014

Flyer 

 

 

Drei Tage trafen wir uns mit etwa 20 jungen Studierenden der Theologie, um einen Nachmittag auf der Vollversammlung neuste Informationen über das Studium und die Landeskirche auszutauschen und drei intensive halbe Tage unter dem Thema „... bis an das Ende der Erde“ Vorträge zu hören und von Menschen aus anderen Kontinenten über den gelebten Glauben an ihren Punkten der Erde zu erfahren.
Die Themen der Tagung war einerseits geprägt durch die im Mobo angestoßene Debatte über Homosexualität in Studium und Pfarramt, andererseits davon bestimmt, wie mehr (junge) für den Pfarrdienst in Kurhessen-Waldeck begeistert werden können. Die angestoßene Debatte führte dazu, dass ein Studientag zum Thema „Vielfalt im Pfarrhaus“ angeboten werden soll.
Ein Vortrag über den Kirchentag e.V. und dessen Zusammenarbeit mit den Landeskirchen sowie Johanna Hestermanns Bericht vom ÖRK aus Busan/Korea rundeten die Tagung ab, letzterer verwies bereits auf den kommenden Tag. Es sei erwähnt, dass alle zu vergebenden Ämter ohne größere Diskussion mit motivierten Studierenden besetzt werden konnten.

Die Tagung bot einen Austausch auf höchstem Niveau. Die FIT Herrmannsburg (s. letzter Mobo) war mit vier internationale Studierenden in Begleitung von Prof. Richebächer angereist. Der Professor für interkulturelle systematische Theologie begann nach einem auflockernden Quiz mit einer anschaulichen wissenschaftlichen Einführung zu missionswissenschaftlichen und interkulturellen Perpektiven auf „ChristIn-Sein an verschiedenen Orten der Welt.“ Er nahm u.a. das Verhältnis von Kultur und Religion auf den Prüfstand. Die Gäste bereicherten die interessierten Studierenden am Nachmittag mit persönlichen Erzählungen zum Christsein in Ghana, Mexiko, Tansania und China. Der intensive persönliche Austausch war durch kleine Gesprächsrunden und das breite Wissen den Gäste gesichert. Es kamen zudem Referentinnen, die über ihre Erfahrungen in Auslandspfarrstellen in Namibia und Estland berichteten; vom Christinnen und Christen in Syrien und dem Libanon erfuhren wir durch eine Pfarrerin, die seit einigen Jahren die Partnerschaft unserer Kirche mit der Kirche vor Ort begleitet. Den Mittwoch prägten zwei Pfarrer aus Indien, die seit einiger Zeit in Deutschland tätig sind. Während der zwei Tage ist hoffentlich ökumenisches Vertrauen gewachsen, auch wenn allen bewusst ist, dass der ökumenische Dialog nicht nur bereichernd und fruchtbar, sondern manchmal auch kontrovers und schwierig ist.

Einige Zitate veranschaulichen die interessierte, positive und aufgeschlossene Haltung aller Anwesenden gegenüber den Nächsten: „Es gibt Theologie nur im Kontext, sonst gibt es gar keine Theologie.“ Prof. Dr. Richebächer über Theologie in unterschiedlichen Kontexten. „Das spannende war, dass wir alle, die wir aus den unterschiedlichen Kontexten kamen, uns auf dieselben Geschichten, die gleichen Figuren beziehen, dieselben Texte kannten und aus ihnen lernen.“ Stud. theol. Johanna Hestermann zum Austausch mit Theologiestudierenden aus allen Teilen der Welt. „Auch wenn wir verschiedene Kirchen sind, gehören wir zusammen. Wir teilen eine Botschaft.“ Pfr. Dr. Thonipara.

In den Andachten und dem Agapemahl mit Bibel-Teilen am Dienstagabend war diese Gemeinschaft deutlich zu spüren.

Weitere Informationen (bspw. Über Partnergemeinden und Kirchengemeinschaften der EKKW) bietet das Ökumenischen Dezernat in Kassel und auch das Zentrum Ökumene der EKHN, mit dem der Kooperationsprozess langsam greift.

von Daniela Wieners
 

 


 

Herbsttagung 2013

Am 10. Septemeber 2013 begann unsere diesjährige Herbsttagung zum Thema „Selbstfürsorge im Pfarramt“.

Gemeinsam mit unserer Ausbildungsreferentin Frau Dr. Sommer hatte eine studentische Vorbereitungsgruppe ein interessantes und abwechslungsreiches Programm aus Andachten, Vorträgen, Workshops und einem festlichen Abend mit Agapemahl erarbeitet.

Der Pfarrberuf ist, trotz seiner Vielfalt und vieler Vorteile, ein Beruf, der die Person der Pfarrerin oder des Pfarrers unglaublich fordert. Umso wichtiger ist es daher, zwischen all den Anforderungen, die Gemeinde und Pastoralaufgaben an die eigene Person stellen, auf sich selbst zu achten und Grenzen zu setzen.

Einen pastoralpsychologischen Einblick vor dem Hintergrund aktueller Veränderungen im Pfarrberuf erhielten wir durch einen einleitenden Vortrag von Pfarrer i.R. Rüdiger Haar, der auch lange als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut tätig gewesen ist.

Pfarrer Andreas Rohnke von der Pfarrvertretung, der im Rahmen einer Masterarbeit eine umfassende Gesundheitsumfrage in der EKKW durchgeführt hat, stellte uns seine teils sehr überraschenden Ergebnisse vor. Erste Ergebnisse der Umfrage können hier ► hier eingesehen werden.

Der Nachmittag war schließlich geprägt von Workshops. Schließlich sei noch niemandem jemals dadurch geholfen, dass er über Selbstfürsorge geredet habe. In drei Workshops zu den Themen „Spiritualität“, „Achtsamkeit“ und „Ernährung“ war es möglich, sich selbst auszuprobieren. Welche Formen der Meditation oder des Gebets passen zu mir? Wie ist es mir möglich, durch gezielte Übungen meine Körper effizient zu entspannen? Welchen Teil trägt Ernährung zu meinem Wohlbefinden bei?

Anders als bei vergangenen Tagungen wurde diesmal unser gemeinsamer Abendmahlsgottesdienst als Agapemahl am Abend gefeiert. Ein festlich hergerichteter Raum, ein exzellentes Essen untermalt mit klassischer Musik und gemeinsames Bibelteilen ließen den Abend eindrucksvoll gelingen. Auch das ist Selbstfürsorge.

Der zweite Tag der Tagung und damit deren Ende wurde durch die Perspektive der Kirchenleitung abgeschlossen: Frau Wienold-Hocke, Pröpstin des Sprengels Kassel, war unserer Einladung gefolgt. Kirche kann nur dann gut darin sein, für andere zu sorgen, wenn sie sich auch für ihre eigenen Mitarbeiter sorgt. So ist es selbstverständlich, dass die Kirchenleitung, die natürlich über die besonderen Anforderungen an den Pfarrberuf weiß, auch Maßnahmen ergreift, dass ihre Pfarrerinnen und Pfarrer mit diesen umgehen können. Pröpstin Katrin Wienold-Hocke berichtete über diese Maßnahmen und würzte ihre Schilderungen schließlich mit eigenen Erfahrungen. Die Tagung rief einen jeden zur Fürsorge auf – sehr wohl in dem Wissen, dass für uns alle sehr gut gesorgt ist!

von Björn Henkel